Toleranz als Heilmittel für die Gesellschaft

Kann Toleranz ein Heilmittel für die Gesellschaft sein? Was ist überhaupt Toleranz und wofür ist sie gut? Der Begriff wird in Wikipedia wie folgt überschrieben: „Toleranz ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.“

Wollen wir einige der erstaunlichen Geschehnisse, die wir in der Zeitung lesen, im Radio hören oder im TV sehen, einmal durchgehen. Da schießt beispielsweise ein LKW-Fahrer auf andere, weil er frustriert ist. Jugendliche werden via Facebook gemobbt, Erwachsene ganz real von ihren Kollegen.

Halten Sie beim Lesen einen Moment inne und lassen Sie die Nachrichten der letzten Tage an sich vorüberziehen. Welche Situationen hätte man denn mit ein wenig Toleranz vermeiden können? Und dann gehen Sie Ihr Umfeld durch. Welche Begebenheiten hätte man mit Toleranz positiv verändern können? Zu guter Letzt, gehen Sie die Geschehnisse der letzten 3 Tage in Ihrem Leben durch und schauen Sie, wo hätten Sie selbst ein wenig toleranter reagieren können?

Achtung, ich rede von echter Toleranz anderen gegenüber, nicht von verbiegen oder einfach schweigen. Beides lässt innerlich Aggression entstehen, die sich einen anderen Weg nach außen sucht und das kann fatal werden, entweder für Sie selbst oder für andere.

Toleranz entsteht, wenn wir unsere eigenen Dinge so tun, wie wir es für richtig halten, aber gleichzeitig in Betracht ziehen, dass andere Menschen ihre Dinge anders regeln, weil für diese Menschen ein anderer Weg richtig ist.

Toleranz ist ein In-Betracht-ziehen, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt zu handeln, zu glauben, zu denken und auch diese ihre Berechtigung haben.

Welchen Stellenwert hat Toleranz in unserer Gesellschaft. Wird diese Eigenschaft geschätzt? Welcher Wert wird ihr beigemessen oder führt sie ein Schattendasein am Rande unserer Gesellschaft? Wen kennen wir denn, der toleranter ist? Gehen Sie die Menschen in Ihrem Umfeld einfach durch und schauen Sie, wer kommt Ihnen toleranter vor und wie macht derjenige das? Was zeichnet ihn aus?

Weshalb werfe ich diese Fragen auf? Damit wir ganz eigene Ideen entwickeln, unsere Toleranz wiederzuentdecken, zu stärken, neu aufleben zu lassen, um das in unser Umfeld und damit auch in die Gesellschaft zu bringen. Es nützt nichts, sich Gedanken zu machen, sinnend zu nicken, sich zurückzulehnen und dann zu sagen: Ja genau, Toleranz fehlt unserer Gesellschaft … fangt schon mal an, sie zu entwickeln.

Ich habe mir selbst diese Fragen auch gestellt. Meine Erkenntnis daraus war: Alle, die sich glücklich fühlten – und das muss nicht mit den äußeren Umständen zu tun haben – sind toleranter. Menschen, die glücklich sind, kritisieren weniger und fühlen sich weniger schnell angegriffen. Fast kommt es mir so vor, als wäre dieses subjektive Glücksgefühl verantwortlich für eine Reihe positiver Reaktionen.

Prüfen Sie das doch mal in Ihrem eigenen Umfeld! Haben Sie ein ähnliches Ergebnis? Ist es wirklich so einfach? Müssen wir uns nur glücklicher fühlen, und schon haben wir eine Reihe von Problemen gelöst? Angeblich sind wir ja auch gesünder, wenn wir glücklicher sind.

Aber wie um alles in der Welt werden wir jetzt glücklich? Können wir wirklich selbst ein Gefühl herstellen oder ist das nicht abhängig von unserem Umfeld? Kann ich glücklich sein, obwohl ich gerade in einer unguten Situation gefangen bin? Was genau brauche ich denn wirklich, um glücklich zu sein? Die meisten der Fragen betreffen Sie ganz persönlich und nur Sie können entscheiden, was Sie wirklich brauchen, aber ganz sicher ist es nicht von Ihrer Situation und Ihrem Umfeld abhängig.

Wie komme ich nun schon wieder zu einer solchen Aussage? Ich habe mich lange mit dieser Frage beschäftigt, habe viele Berichte gesehen, gelesen, gehört und habe mich mit Methoden auseinandergesetzt, die sich mit diesem Thema befassen.

Alle haben eines gemeinsam: Glück ist ein Gefühl und Gefühle entstehen in Reaktion auf mein Denken. Also sind meine Gedanken bzw. die Art, wie ich über etwas denke, der Auslöser für Glück oder Unglück. Und wer denkt meine Gedanken? Ich! Wer entscheidet, welche Gedanken ich denken will? Ich! Also entscheide ich auch, welche Gefühle in mir entstehen. Das ist harter Tobak!

Diese Erkenntnis hatte für mich starke Konsequenzen, denn damit habe ich mein Leben in meiner eigenen Hand. Sauber. Nun kann ich zwar behaupten, ich bin der Meister meines Lebens, leider habe ich aber nun niemanden mehr, auf den ich ein Misslingen, von was auch immer, schieben kann. Nun, das Schlechte an Erkenntnissen ist, man kann sie nicht mehr zurückschrauben, man muss sich ihnen stellen, nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Zeiten, aber ich habe es ja nicht anders gewollt.

Der nächste Schritt war für mich, Herr über meine Gedanken zu werden. Ich habe einige Methoden ausprobiert und viele davon funktionieren prima, man muss nur dranbleiben. Es gibt Menschen, die haben eine positive Denkweise in die Wiege gelegt bekommen, aber auch wir anderen können es lernen. Es gibt einige gut funktionierende Methoden, aber alle sind nur so gut, wie Sie sie wirklich durchführen.

Ich habe einen kleinen inneren Sturkopf, der mir in solchen Situationen hilft, weiterzumachen. Welche Eigenschaft können Sie vor Ihren Karren spannen? Wählen Sie Ihre dafür am besten geeignete Eigenschaft und eine Methode, wenn Sie nicht ohnehin schon zu den Glücklichen gehören, die oft positiv denken und legen Sie los. Tun Sie sich selbst, Ihrem Umfeld und letztendlich der Gesellschaft einen Gefallen.

Eine Methode, für die man nichts lernen muss, die wunderbar funktioniert, wenn man sie denn anwendet, ist folgende: Nehmen Sie sich vor dem Einschlafen oder wann auch immer Sie einen Moment nichts tun müssen, das Wort Toleranz vor. Sagen Sie sich nicht, ich bin tolerant, denn womöglich würde Ihr innerer Zensor dagegen arbeiten. Denken Sie einfach über das Wort nach. Was bedeutet es für Sie? Was wird sich ändern, wenn alle / einige / bestimmte Menschen toleranter werden? Wie verändern sich bereits erlebte oder in Ihrer Fantasie vorgestellte Situationen durch mehr Toleranz?

Tun Sie dies so oft wie möglich, gerne auch mit anderen Worten, die Sie anziehen. Bei mir ist es zum Beispiel das Wort „Frieden“, das ich häufig für diese Übung nutze. Sie können auch gerne verschiedene Worte hintereinander nehmen. Soviel, wie Sie Lust und Zeit haben. Viel Spaß dabei.

In diesem Sinne, bleiben oder werden Sie glücklich und tolerant.

Eine glückliche Zeit, Ihre Kirsten Katzenmayer

Facebook Comments: