Selbstbild – Fremdbild

Viele von uns haben immer mal wieder „bei Anderen“ diese eklatanten Unterschiede von dem Selbstbild des betreffenden Menschen zu unserer eigenen Einschätzung, „dem Fremdbild“ festgestellt.

Aber was ist das sogenannte „Fremdbild“ wirklich oder anders gefragt: Wie „wirklich“ ist das Fremdbild? Spiegelt meine Beurteilung nicht nur den Kulturkreis, in dem ich lebe, die Summe meiner eigenen Erfahrungen, meine persönliche Definition der Worte wider, sondern auch meine ureigenen Werte und Glaubenssätze. Wie viel von meiner Beurteilung verrät eigentlich etwas über den Anderen und wie viel davon gehört zu mir?

Während ich also einen Menschen beurteile, verrate ich, welche Erfahrungen ich gemacht habe, welche Werte für mich wichtig sind, welche Glaubenssätze sich während meines bisherigen Lebens herangebildet haben. Und ich nutze die Worte, denen ich eine eigene Bedeutung zugeschrieben habe.

Nein, natürlich gibt es eine korrekte Definition von Worten, die Sie in verschiedenen Wörterbüchern nachlesen können, aber trotzdem erzeugen die Worte ein ganz eigenes inneres Bild. Wenn Sie das Wort „Stuhl“ nehmen, so werden Sie vielleicht einen Küchenstuhl vor dem inneren Auge haben, der nächste einen Schreibtischstuhl, ein anderer einen Lehnstuhl usw. Während Sie einen Menschen beurteilen, nutzen Sie also Worte, die Ihre inneren Bilder ausdrücken, aber möglicherweise bei Anderen andere innere Bilder erzeugen.

Sie sprechen aus Ihrem Erfahrungsschatz heraus. Den Erfahrungen, die Sie über Ihr ganzes Leben lang gesammelt haben. Manche Erfahrungen sind uns sehr bewusst, andere nicht. Aber alle diese Erfahrungen haben Sie mitgeformt.

Auch sind Sie geprägt durch Werte und Glaubenssätze, die früher in Ihrem Leben wichtig waren. Möglicherweise sind Werte und Glaubenssätze dabei, die eigentlich zu Ihren Eltern, nahen Verwandten, guten Freunden oder eben zu Menschen gehören, die zu der Zeit wichtig waren.

Also wie viel von dem sogenannten „Fremdbild“ gehört zu der beurteilenden Person und wie viel gehört zu Ihnen?

Doch ich will die Vorgehensweise nicht verteufeln, häufig ist die Frage „Wie wirke ich auf Menschen?“ essentiell, z.B. wenn ich Seminare halten möchte, Reden halten, Menschen führen, Vorbild sein muss oder will. Wenn man ausreichend viele Menschen nach dem Fremdbild befragt, werden sich Tendenzen herauskristallisieren.

Wichtig ist es zu wissen, dass andere aus ihrer ganz persönlichen Sicht ihre Einschätzung vornehmen. Wir sind nicht immer so, wie andere uns sehen. Achten Sie darauf, wer Ihnen was sagt. Wie fühlt sich dieser Mensch, welche Erfahrungen hat er gemacht. Entscheiden Sie dann, ob Ihnen das Gesagte stimmig vorkommt. Manchmal weiß man, dass es so ist, auch wenn das Gesagte gerade nicht gefällt. Aber auf jeden Fall können Sie, wenn Sie einen Querschnitt von Menschen befragen durchaus herausbekommen, wie Sie auf andere wirken und das kann sehr hilfreich sein.

In diesem Sinne, achten Sie darauf, wie Sie andere beurteilen, denn dies sagt viel über Sie selbst aus und nehmen Sie Fremdbilder nur nach eingehender Überprüfung an.

Es grüßt Sie aus dem Taunus

Kirsten Katzenmayer

Persönlichkeitsentwicklung

 

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